Wir rocken Freiburg (5): zimmmt

Wenn ich an Zimt denke, fallen mir als erstes leckere Zimtschnecken und Apfelstrudel ein. Gleich danach kommen mir aber die saftigen A-cappella-Klänge des Berliner Chores zimmmt in den Sinn. 😉 Beim Deutschen Chorfest 2016 durfte ich sie zum ersten Mal live erleben und war geflasht von ihrer positiven Energie. Nicht nur ich war begeistert, sondern auch die Wettbewerbsjury, die sie mit dem zweiten Platz beim Wettbewerb ausgezeichnet hat. Seit Anfang dieses Jahres singen die 18 Chormitglieder unter Leitung von Nane Bache und Arne Leßmann. Heute beantwortet Sänger Jens Kolodziejczak meine Fragen für die Interviewreihe „Wir rocken Freiburg“ über die Teilnehmer der Kategorie G1 (Populäre Chormusik a cappella) beim Deutschen Chorwettbewerb.

  • Herzlichen Glückwunsch – ihr gehört schon jetzt zu den besten Chören Deutschlands! Verratet uns euer Erfolgsgeheimnis: Was macht euren Chor besonders?

Vielen Dank für das sehr nette Kompliment. Uns geht es eigentlich nicht darum, zu den Besten zu gehören, sondern miteinander richtig gut Musik zu machen. Und das möglichst gleichberechtigt. Das heißt: Jedes Mitglied hat eine Stimme, die sowohl bei musikalischen als auch organisatorischen Fragen zählt. Auf der Bühne singen wir dann ohne Dirigat. Es steht niemand zwischen dem Publikum und uns. Jeder Sänger und jede Sängerin muss also ganz bei der Sache sein und genau auf die anderen hören, damit Tempo und Dynamik gut funktionieren und ein gemeinsamer Sound entstehen kann. Das ist ist eine ziemliche Herausforderung, gerade für Nicht-Profis wie uns. Es macht riesigen Spaß, wenn es funktioniert. Natürlich kann das manchmal auch schief gehen, aber mit diesem Risiko können und wollen wir leben.

  • Was muss jemand mitbringen, der bei euch mitsingen möchte? Wie wählt ihr neue Mitglieder aus?

Wir haben keine ganz fest definierten Standards, aber ein gewisses Maß an Chorerfahrung wäre schon gut. Wer Lust hat, bei zimmmt mitzusingen, kann sich einfach melden. Wenn wir in der entsprechenden Stimmgruppe gerade jemanden suchen, kann der- oder diejenige an mehreren Proben teilnehmen. Im Anschluss entscheiden wir. Das gibt allen die Möglichkeit sich kennenzulernen. Es muss ja nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich passen.

  • Wie wählt ihr eure Stücke aus? Gibt es Lieblingskomponisten/-arrangeure? Wo findet ihr Inspirationen?

Neue Songs kann jede*r vorschlagen. Dann wird munter diskutiert, und wenn sich eine Mehrheit findet, geben wir ein neues Arrangement in Auftrag oder kaufen ein bestehendes. Am schönsten sind ja die Stücke, zu denen unsere Mitglieder einen persönlichen Bezug haben, und die eine Geschichte erzählen, mit der sich jemand identifizieren kann.

  • Nehmt ihr an Workshops/Coachings teil? Gibt es Dozenten, die ihr besonders empfehlen könnt?

Als gesamter Chor haben wir bisher noch nicht so viele Workshops und Coachings mitgemacht. Einige von uns sind hier aber sehr aktiv und geben ihre Eindrücke als Input oft an zimmmt weiter. Wenn die Sachen zu uns passen, nehmen wir sie gern an.

  • Warum sollten Chöre eurer Meinung nach an Wettbewerben teilnehmen?

Eine sehr gute Frage, die sich Menschen, die Musik machen, immer wieder stellen sollten, gerade wenn sie mit ihrer Musik kein Geld verdienen wollen. Wir wollen unsere Teilnahme am Chorwettbewerb als möglichst wenig kompetitiv verstehen, sondern ihn als Anlass nutzen, um an bestimmten Songs besonders intensiv zu arbeiten. Der Wettbewerb selbst bietet dann eine tolle Gelegenheit, Chöre und A-Cappella-Projekte aus ganz Deutschland zu treffen, sich zu vernetzen, Partnerschaften aufzubauen und voneinander zu lernen. Darauf freuen wir uns besonders und darum sind wir angetreten.

Ganz ehrlich, die meisten von uns waren nicht sonderlich begeistert von dem Song. Aber sagen wir es so: „Secret of Life“ ergänzt immerhin unser Repertoire und je mehr wir daran arbeiten, desto interessanter finden wir unsere Interpretation. Und wir sind ziemlich gespannt auf die unterschiedlichen Interpretationen der anderen.

  • Der Deutsche Chorwettbewerb ist ja immer auch ein Ort der Begegnung, auf welche anderen Chöre und Ensembles freut ihr euch besonders? Warum?

Da es unser erste Teilnahme am Deutschen Chorwettbewerb ist, wissen wir noch gar nicht genau, was uns erwartet. Wir freuen uns einfach darauf, mit möglichst vielen Chören in Kontakt zu treten und miteinander Musik zu machen. Und vielleicht ergeben sich daraus dann spannende Kooperationen für die kommenden Jahre.

  • Habt ihr Tipps für Chöre, die es auch mal zum Deutschen Chorwettbewerb schaffen möchten?

Wenn ein Chor Lust hat auf den Wettbewerb, dann ist eine intensive und detaillierte Probenarbeit im Vorfeld wahrscheinlich ein Muss. Aber Proben allein sind eben nicht alles. Für uns ist wichtig, dass wir uns als Gruppe miteinander wohl fühlen. Darum unser Tipp: Lernt euch kennen und lieben, dann werdet ihr auch besondere, tolle Musik machen 😉

  • Zum Trost für alle Chöre, die (noch) nicht so toll klingen wie ihr: Gibt es auch Sachen, die bei euch nicht perfekt laufen?

Unser Konzept, Musik zu machen, braucht wahrscheinlich etwas mehr Zeit als es in anderen Formationen und Konstellationen notwendig wäre. Nicht jede*r findet das toll. Wir nehmen das aber sehr gern in Kauf.

 

Mehr Infos über zimmmt findet ihr auf ihrer Website, ihrem YouTube-Channel oder ihrer Facebook-Seite.

Hier findet ihr die bisherigen Teile meiner Interviewreihe  „Wir rocken Freiburg“

Mehr folgt in Kürze!

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