Meine A-cappella-Evolution – Pt. 1

Ich bin vor einiger Zeit bei Facebook nominiert worden, 10 Musikstücke zu nennen, die in meinem Leben eine wichtige Rolle gespielt haben. Da Musik aber so ein elementarer Teil meines Lebens ist und auch viel Raum einnimmt, fand ich die Aufgabe unheimlich schwierig und habe mich dann nicht mehr weiter damit beschäftigt. Eigentlich ist die Idee aber sehr schön und sie hat mich jetzt dazu inspiriert stattdessen die Top 10 A-cappella-Gruppen bzw. -Lieder aufzulisten, die meine persönliche „A-cappella-Evolution“ beeinflusst haben. Heute gibt es den ersten Teil, zwei weitere folgen in Kürze.

1. Comedian Harmonists

Am Anfang stehen natürlich die Comedian Harmonists, die für viele Menschen noch heute der Inbegriff von A-cappella-Musik ist – was eigentlich seltsam ist, wenn man bedenkt, dass ein Pianist Teil der Gruppe war. Eines der ersten Lieder, die ich mit elf Jahren im Schulchor gesungen habe, war „Der kleine grüne Kaktus“. Auch wenn viele aktuelle Gruppen schwer gegen das „Kaktus-Image“ der Vokalmusik ankämpfen (s. Maybebop :-)), bin ich ein großer Fan der Comedian Harmonists und Lieder wie „Irgendwo auf der Welt“ berühren mich in Anbetracht ihrer Geschichte beim Hören immer sehr. Außerdem haben die Arrangements von Harry Frommermann und Erwin Bootz aus meiner Sicht nach wie vor einen großen Unterhaltungswert.

2. The Swingle Singers

Die Swingle Singers traten auch schon zu Schulzeiten in mein Leben in Form einer alten Platte aus den 1960er Jahren mit dem Namen „Jazz Sebastian Bach“. Ich war absolut begeistert über die Virtuosität der acht SängerInnen. Vor kurzem ist der Gründer und Namensgeber Ward Swingle, dem wir viele wunderbare Arrangements verdanken, leider mit 87 Jahren verstorben. Aber auch nach 50 Jahren gehören die Swingle Singers in ihrer aktuellen, siebenstimmigen Besetzung (ebenso wie die King’s Singers, die etwa zur selben Zeit entstanden sind,) zu den wichtigsten A-cappella-Gruppen der Welt und erhalten sein musikalisches Erbe. Im vergangenen Jahr habe ich die Gruppe zum ersten Mal live erlebt und ich war hingerissen: die aktuellen Swingles sind jung, kreativ und wie all ihre Vorgänger großartige Musiker.

3. The Manhattan Transfer / Singers Unlimited

Mit Manhattan Transfer bin ich ebenfalls sehr früh in Berührung gekommen. Genau weiß ich nicht mehr wie, aber ich habe schon seit Ewigkeiten das Album „Pastiche“, das wahrscheinlich meine erste Erfahrung mit Vocal Jazz war. Die amerikanische Gruppe gründete sich 1972 und wurde mehrfach mit einem Grammy ausgezeichnet. Zu ihren bekanntesten Liedern zählen Birdland, Java Jive, Tuxedo Junction, Operator und A Nightingale Sang in Berkeley Square (arrangiert von Gene Puerling). In der Regel sind die Lieder von Manhattan Transfer nicht a cappella arrangiert, die Stimmen des Quartetts stehen aber eindeutig im Vordergrund. Deutlich später (als ich schon bei vocal resources gesungen habe), habe ich auch die Singers Unlimited rund um Gene Puerling für mich entdeckt, die Ende der 1960er Jahre entstanden sind und die dank einer besonderen Aufnahmetechnik einen ganz speziellen, voluminösen Klang kreierten.

4. Die Prinzen und die Hits der 80er/90er

Als Kind der 80er/90er fand ich natürlich auch viele A-cappella-Titel super, die damals in den Charts waren: „Only you“ von den Flying Pickets, „The caravan of love“ von den Housemartins, „For the longest time“ von Billy Joel und „Don’t worry be happy“ von Bobby McFerrin.

 

https://www.youtube.com/watch?v=Y0yEwaZK_fI

 

Und dann waren da noch die Prinzen. An Liedern wie „Millionär“, „Alles nur geklaut“ und „Küssen verboten“ kam man damals ja nicht vorbei. Ich finds immer noch beeindruckend, was für eine wahnsinnige Karriere die ehemaligen Thomanern hingelegt haben und wie erfolgreich sie waren (, v.a. solange sie von Annette Humpe produziert wurden.)

5. Wise Guys

Mein erstes A-cappella-Konzert überhaupt habe ich dann ca. 2004 bei den Wise Guys erlebt. Nach fast zehn Jahren war ich vor kurzem mal wieder bei einem ihrer Konzerte und es war ein komplett surreales Erlebnis für mich: diese riesige Halle mit rund 3500 Zuschauern, von denen mindestens die Hälfte ein Fan-T-Shirt anhatte und 4,5 Stunden Showprogramm. (Es war eine sogenannte Spezialnacht mit Mitsingteil.) Keine Frage, die Wise Guys haben es geschafft! Jeder kennt Lieder wie „Jetzt ist Sommer“ und „Deutsche Bahn“. Für mich waren die fünf aber schon immer eine Live-Band – mit ihrem Fokus auf einfallsreiche Texte haben sie einen riesigen Unterhaltungswert auf der Bühne. Auf CD hab ich sie nie übermäßig gern gehört, weil die Arrangements in der Regel relativ einfach gehalten sich und sich jedes Album sehr ähnelt. Trotzdem waren sie ein wichtiger Einfluss auf meiner Reise in die A-cappella-Welt und man muss in jedem Fall Respekt haben vor ihrer beeindruckenden Karriere.

Danach ging es mit der A-cappella-Begeisterung eigentlich erst so richtig los. Was dann folgte, lest ihr in Kürze im zweiten Teil meiner A-cappella-Evolution.

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